Ziele

Baden-Württemberg ist ein grundwasserreiches Land, in dem ca. 70 Prozent des benötigten Trinkwassers aus Grundwasservorkommen gewonnen werden. Diese wertvolle Ressource in ihrer natürlichen Reinheit zu erhalten, ist daher eine hochrangige landespolitische Aufgabe, die im existenziellen Interesse der Wasserversorgungsunternehmen liegt, die die Bevölkerung preisgünstig mit qualitativ hochwertigem Trinkwasser zu versorgen haben.

Seit Ende der 70er-Jahre ist bekannt, dass es auch in Baden-Württemberg mit dem Grundwasser nicht überall zum Besten steht. Vor allem die aus der Landwirtschaft resultierenden Nitrat- und Pestizidbelastungen haben die Grundwasserbeschaffenheit nachteilig verändert. Um das Ausmaß dieser Beeinträchtigung zu erfassen, eine weitere Verschlechterung des Grundwassers zu verhindern und um Strategien dafür zu entwickeln, wie die Beschaffenheit der Grundwasservorkommen wieder verbessert werden kann, haben das Land und die auf Landesebene tätigen kommunalen und wasserfachlichen Spitzenverbände 1984 gemeinsam ein Grundwasserüberwachungsprogramm ins Leben gerufen. Von Anfang an haben die Wasserversorgungsunternehmen durch die Einrichtung und den Betrieb von Grundwassermessstellen und durch die kostenlose Lieferung von Messdaten hierzu einen maßgeblichen Beitrag geleistet.

1988 hat das Land, aufgerüttelt durch die zwischenzeitlich vorliegenden ersten Ergebnisse des Überwachungsprogrammes, die Schutzgebiets- und Ausgleichsverordnung (SchALVO) in Kraft gesetzt, um damit konkret gegen die Grundwasserbelastung vorzugehen. Gleichzeitig wurde das Wasserentnahmeentgelt eingeführt, um die dem Land aus den SchALVO-Entschädigungen entstehenden Kosten gegenzufinanzieren.

Da die baden-württembergischen Wasserversorgungsunternehmen wissen wollten, wie sich die von der Landesregierung den Landwirten auferlegten Bewirtschaftungsbeschränkungen auf die Beschaffenheit der für Trinkwasserzwecke genutzten Grundwasservorkommen auswirken, haben sie 1992 eine eigene Grundwasserdatenbank gegründet, in die sie die Qualitätsdaten einspeisen und auswerten, die sie in den von ihnen genutzten Grundwasservorkommen erheben. Nach wie vor werden diese Daten auch dem Land zur Verfügung gestellt. Mittlerweile hat sich die Grundwasserdatenbank Wasserversorgung zu einem wichtigen Instrument für die Überwachung und Beschreibung der Qualität des in Baden-Württemberg für die Trinkwasserversorgung genutzten Grundwassers entwickelt.

Vor allem liefert die Grundwasserdatenbank Wasserversorgung wichtige Hinweise für die Beurteilung der Wirksamkeit wasserwirtschaftlicher und gesetzlicher Maßnahmen, wie z. B. der SchALVO.


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